Was genau ist das Wetternetz-Hagen?

Das Wetternetz-Hagen ist ein Verbund aus meteorologischen Messstationen im Hagener Stadtgebiet. Das Messnetz besteht aus einem Basismessnetz mit WMO-konformen Messgeräten, die eine direkte Vergleichbarkeit mit denen des DWD oder der MeteoGroup aus dem Umland ermöglichen und einem Referenzmessnetz zur Erkennung von Unwettern wie z.B. Starkregen und Sturmböen. Im Basismessnetz werden Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luftdruck, Niederschlag, Windgeschwindigkeit, Windrichtung und die Globalstrahlung erfasst. An ausgewählten Standorten wird zudem die Sonnenscheindauer ermittelt. Das Referenzmessnetz beschränkt sich i.d.R auf die Messung von Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luftdruck, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Windrichtung. Nicht alle Messstationen und Messgrößen werden online veröffentlicht, da einige Messstationen die gemessenen Daten aus technischen Gründen nur wenige Male am Tag übermitteln. Die aktuellen Daten werden unmittelbar und kostenfrei jedem Interessierten über diese Website zur Verfügung gestellt. Für eine Klimaauskunft benutzen Sie bitte das Kontaktformular. Zurzeit besteht das Messnetz aus 15 Messstationen in verschiedenen Stadtteilen und Höhenlagen.

Warum ein eigenes Messnetz?

In Hagen gibt es keine amtliche Wetterstation, die meteorologische Parameter wie Luftemperatur, Luftfeuchte, Niederschlag, Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Sonnenscheindauer erfasst. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Wetterstation in Hagen-Fley im Jahr 2007 im Zuge einer Messnetzumstrukturierung geschlossen. Private Wetterstationen erfüllen nicht die Messgenauigkeit und Standortanforderungen. In Lüdenscheid betreibt der DWD eine Wetterstation in 392m ü.NN. Die gemessenen Werte sind allerdings für Hagen nicht repräsentativ. Grund genug, um in Hagen selbst aktiv zu werden. Aufgrund der Topografie (Höhenlage von 86 bis 438 m ü.NN) und nicht zuletzt der Größe des Stadtgebiets (über 160 Quadratkilometer) ist eine einzige Wetterstation für Hagen nicht aussagekräftig. Oftmals regnet oder gewittert es in einem Stadtteil, während es in einem anderen völlig trocken bleibt oder sogar die Sonne scheint. Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll mehrere Wetterstation über das Stadtgebiet verteilt, sowohl in bebauten als auch in unbebauten Gebieten und verschiedenen Höhenlagen, zu betreiben.

Was wird gemessen?

In erster Linie werden Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Niederschlag erfasst. An begünstigten Standorten wird zusätzlich auch die Windgeschwindigkeit und Windrichtung gemessen. Ausgewählte Standorte messen zudem noch Erdbodentemperaturen, solare Strahlung und Sonnenscheindauer.

Für wen sind die Wetterdaten interessant?

Die gewonnen Daten stehen einem breiten Spektrum an Anwendern frei zur Verfügung:

-Hausbesitzer                                                       

-Betreiber von Solaranlagen                                         

-Landwirte/Hobbygärtner                                

-Forstwirte                                                           

-Schulen

-Feuerwehr

-Katastrophenschutz

-Städteplaner

-Stadtentwässerung

-Umweltamt

-Versicherungen

-Baugewerbe

-ÖPNV

-Räum- und Streudienste

-Bevölkerung

-Wasserwirtschaft

-Veranstalter

Welchen Nutzen haben die Daten?

Die gemessenen Daten haben einen umfassenden Nutzen und dienen als Grundlage für verschiedenste Bereiche:

-Auskunft über Gesundheitsgefährdung (z.B. Wärmebelastung, UV-Strahlung)

-Ermittlung von Gradtagszahl und Heizgradwert (Heizenergiebedarf)

-Messung der Solarstrahlung

-Auskunft über Schlechtwettertage (Baugewerbe)

-Erfassung des Stadtklimas

-Erfassung der Auswirkungen des Klimawandels auf Hagen

-Auskunft über das Auftreten von Gewittern, Sturmböen und Hagel (Versicherung)

-Berechnung der Schadstoffausbreitung (z.B. Großbrände)

-Hochwasservorhersage

Wo werden die Daten veröffentlicht?

Die aktuellen Daten werden kostenfrei im Internet veröffentlicht. Ausgenommen sind jedoch Stationen von Fremdnetzbetreibern, die einer Veröffentlichung ihrer Daten noch nicht zugestimmt haben. Jeden Monat erscheint in der Lokalpresse ein Wetterrückblick des vorangegangenen Monats. Bei besonderen Ereignissen, wie beispielsweise Temperaturrekorden oder Stürmen, wird ggf. gesondert berichtet.

Aus den über viele Jahre gesammelten Daten lassen sich so Rückschlüsse auf das konkrete Klima vor Ort ziehen.

Welche Standorte gibt es bereits?

An u.a. folgenden Standorten werden zurzeit Wetterdaten erfasst:

Hagen-Sternwarte             282m ü.NN (seit 1956)

Hagen-Dahl (Tal)               197m ü.NN (seit 1995)

Hagen-Dahl (Berg)            325m ü.NN (seit 2010)

Hagen-Hohenlimburg        125m ü.NN (seit 2010)

Hagen-Eppenhausen        184m ü.NN (seit 2014)

Hagen-Fley                       118m ü.NN (seit 2014)

Hagen-Holthausen            146m ü.NN (seit 2014)

Hagen-Nahmer                 140m ü.NN (seit 2017)

Hagen-Boelerheide            147m ü.NN (seit 2018)

Hagen-Kabel                     105m ü.NN (seit 2019)

Hagen-Altenhagen            137m ü.NN (seit 2019)

Hagen-Flugplatz                397m ü.NN (seit 2019)

Hagen-Selbecke                178m ü.NN (seit 2020)

                           

Kann ich mit meiner Wetterstation auch teilnehmen?

Im Wetternetz-Hagen kommen nur Wetterstationen mit einem Mindeststandard der Sensorik zum Einsatz und der Standort muss bestimmte Anforderungen erfüllen (s.u.). Nur so kann gewährleistet werden, dass plausible und zuverlässige Wetterdaten gemessen werden. Daher muss z.B. im Winterhalbjahr der Regenmesser beheizt werden und der Temperaturfühler wird rund um die Uhr zwangsbelüftet. Eine professionelle Wetterstation liegt im Bereich von mehreren Tausend Euro, je nach Ausstattung. Zudem entstehen jährliche Betriebskosten durch die Beheizung des Regenmessers im Winter und der Elektronik, die die Daten erfasst und regelmäßig an das Wetternetz überträgt. Die Kosten für die Verarbeitung, Speicherung und Bereitstellung der Daten übernimmt das Wetternetz-Hagen. Sollten Sie bereits eine solche Wetterstation besitzen, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.

Welche Anforderungen muss der Standort erfüllen?

Um eine WMO-konforme Messung zu gewährleisten und den Anforderungen des Deutschen Wetterdienst gerecht zu werden sind folgende Kriterien einzuhalten:

Die Station soll nicht auf Kuppen, an Hängen, in Senken oder in unmittelbarer Nähe von Steilhängen liegen. Die Umgebung muss frei von Hindernissen sein, die die Messungen behindern (lockere, flache Bebauung bzw. Bewuchs in der Nähe ist als Windschutz für die Niederschlagsmessung allerdings erwünscht). Der Höhenunterschied soll im Umkreis von 200 m nicht größer als 30 m sein. Die Station soll nicht in der Nähe von Feuchte-, Wärme-, Staub und elektromagnetischen Quellen liegen (z.B. Treibhäuser etc.) und die Versiegelung des Erdbodens in der unmittelbaren Umgebung muss möglichst gering sein.

Der Standort muss eine Freifläche zur Messung der Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und des Niederschlag bieten. Ideal wäre eine Fläche von 25m x 25m, mindestens jedoch 15m x 15m, die die meiste Zeit des Tages nicht von Bäumen oder Gebäuden beschattet wird und eine ausreichend große Rasenfläche zur Messung der Lufttemperatur bietet. Zu Gebäuden sollte ein Abstand von mindestens 10 Meter eingehalten werden. Büsche und Bäume dürfen durch ihr Wachstum nicht die Messgeräte beeinträchtigen. Eine gute Durchlüftung des Messfeldes bei gleichzeitigem Schutz vor starkem Wind (wegen der Niederschlagsmessung) muss gewährleistet sein. Das Niederschlagsmessgerät soll in einem Abstand zu Hindernissen oder anderen Sensoren aufgestellt werden, der mindestens der 2-fachen, im Idealfall der 4-fachen Hindernis-/Sensorhöhe entspricht. Zu Hindernissen oder Sensoren, die niedriger sind als die Auffanghöhe, soll die Entfernung des Niederschlagsmessers mindestens 2 m betragen. Die Aufstellung erfolgt auf einer ebenen, mit Gras bewachsenen Fläche, ggf. auf einer Kiesfläche, aber nicht auf Dächern oder Terrassen.

An Standorten mit Windmessung sollte der Wind in 10 Meter Höhe über dem Boden oder aber mindestens 5 Meter über dem Gebäude gemessen werden. Hindernisse sollen mindestens 10 mal so weit entfernt sein, wie sie den Windsensor überragen.

Es muss ein Stromanschluss für die Beheizung des Regenmessers und im Idealfall ein Netzwerkanschluss mit Internetzugang für die Datenübertragung vorhanden sein. Anderenfalls genügt eine Sichtverbindung für eine Richtfunkstrecke oder ein stabiler Mobilfunkempfang am Standort.

 

© Bastian Rissling, Wetternetz-Hagen

 

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